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#35 Protokolle des Bösen_Michaela May spielt den Todesengel

Shownotes

Protokolle des Bösen_Michaela May spielt den Todesengel

In dieser Folge geht es um Marianne Löhr — der Tätername wurde zum Schutz der Persönlichkeitsrechte geändert. Sie wird gesprochen von Michaela May. Die langjährige Krankenschwester arbeitete zuletzt auf der Intensivstation einer großen Klinik und galt als fachlich hochkompetent. Als sich dort die Todesfälle häuften, blieb ihr Handeln zunächst unbemerkt. Am Ende wurden ihr sechs Tötungsdelikte nachgewiesen. Vor Gericht bestritt sie alles — doch die Richter sahen in ihren Taten kein Mitleid, sondern den Ausdruck von Allmachtsfantasien.

Spannende True Crime Dokus stehen euch mit Crime+Investigation auch auf dem Bildschirm oder Display rund um die Uhr zur Verfügung. Zu empfangen, unter anderem als Sender in den Pay TV-Paketen von Sky, Vodafone, Telekom, aber auch zum Streamen bei WOW, Amazon oder Apple.

Alles Weitere erfahrt Ihr unter www.crimeandinvestigation.de

Empfang über Sky: https://tinyurl.com/wd6c55wh

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Podcast Produktion: Media Carrots

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Transkript anzeigen

00:00:01:

00:00:23: Hallo und willkommen beim True Crime Podcast von Crime & Investigation.

00:00:28: Hier erzählen wir euch in jeder Folge von einem besonders ungewöhnlichen Kriminalfall, dabei geht es uns um Täter, Opfer ebenso wie um die Arbeit von Ermittlenden und der Justiz.

00:00:42: Wenn ihr spannende TrueCrime-Dokus auch einmal auf dem Bildschirm oder Display sehen wollt, könnt ihr das mit Crime and Investigation rundum die Uhr

00:00:51: tun –

00:00:52: zu empfangen unter anderem in den PayTV-Paketen von Sky, Vodafone und Telekom aber auch zum Streamen bei Amazon oder Apple.

00:01:01: Alles weitere erfahrt Ihr unter crimeandinvestigation.de.

00:01:13: In unserer fünfteiligen Reihe Protokolle des Bösen hört ihr nachgestellte Original-Interviews des Profiler Stefan Harbord mit deutschen Serienmördern.

00:01:24: Während Harbort persönlich zu hören ist, werden die Rollen der Täter von namhaften deutschen Schauspielern übernommen.

00:01:33: In dieser Folge geht es um Marianne Leuher.

00:01:37: Der Tätername wurde zum Schutz der Persönlichkeitsrechte geändert.

00:01:41: Sie wird gesprochen von Michaela May.

00:01:44: Die langjährige Krankenschwester arbeitete zuletzt auf der Intensivstation einer großen Klinik und galt als fachlich hochkompetent.

00:01:55: Als sich dort die Todesfälle häuften, blieb ihr Handeln zunächst unbemerkt.

00:02:00: Am Ende wurden ihr sechs Tötungsdelikte nachgewiesen – vor Gericht bestritt sie alles!

00:02:06: Doch die Richter sahen in ihren Taten kein Mitleid sondern den Ausdruck von Allmachtsfantasien.

00:02:15: Marianne Leur arbeitet seit fast vier Jahrzehnten als Krankenschwester.

00:02:19: Sie nimmt sich vornehmlich den Schwerstkranken an, den hoffnungslosen Fällen.

00:02:23: Anfang des neuen Jahrtausends häufen sich die Todesfälle auf ihrer Station.

00:02:28: Acht Menschen sterben auf unerklärliche Weise in kurzen Abständen.

00:02:32: Lange bleibt ihr Kriminelles tun unbemerkt?

00:02:35: Vor Gericht leugnet Marianne alles!

00:02:38: Sie spricht von einem absurden Irrtum.

00:02:41: Sechs Tötungsdelikte werden je nachgewiesen.

00:02:46: Auch ich gehe davon aus, dass es Marianne Leur weniger um das Wohl der Patienten ging als viel mehr um sie selbst.

00:02:54: Diese Hypothese zu überprüfen dürfte ziemlich schwierig werden, denn diese Frau gilt als misstrauische und schwer zugängliche Person die gerne auf ihrer Meinung beharrt.

00:03:12: Was in Ihrem Beruf auch mal dunkle Momente ... Das kennt man ja, hab ich in meinem Beruf schon erlebt?

00:03:20: Natürlich!

00:03:22: Ich denk mal in den letzten Jahren.

00:03:28: Die Ansichten haben sich da etwas verschoben.

00:03:31: Ansichten zu was?

00:03:34: Das war wie so ein Aktivitätswahn, sterben es ... Es dürfte doch keiner mehr sterben!

00:03:42: Hatten Sie manchmal das Gefühl, dass eher das Sterben verlängert wird?

00:03:46: Ja.

00:03:47: Das Sterben ist verlängerd worden und nicht das Leben.

00:03:52: Dann beginnt denn das Sterbe?

00:03:56: Das ist eine schwierige Frage.

00:04:00: Eine sehr schwere Frage.

00:04:02: Naja aber auch das verlängerte Sterben hat ja irgendwann mal seinen Beginn.

00:04:07: Kann man das sehen?

00:04:09: Wenn ein Mensch stirbt, das Gesicht wird anders und es ist ... weiß nicht wie ich das erklären soll.

00:04:19: Es wird wie in Dreieck.

00:04:20: Das Gesicht verformt sich der ... Ja, der Mensch sieht auf einmal ganz anders aus wenn man diesen Blick dafür hat.

00:04:34: Wie war denn das Verhältnis zu Ihren Kollegen damals so vor fünf, sechs Jahren?

00:04:41: Ich bin Einzelgänger aber ich bin kein Außenseiter.

00:04:46: Ich habe mich nicht ausgegrenzt, abgegrenzt.

00:04:48: Ich hab alle Aktivitäten mitgemacht also Feiern und so.

00:04:54: Sie sagen dass sie eine Einzelgängerin sind?

00:04:57: War denn diese Isolation freiwillig oder hat man sich da mehr oder weniger hineingeschoben?

00:05:05: Erzählen Sie doch mal!

00:05:07: Ich denke das war von beiden Seiten... ich habe mich dafür eine Lebensphilosophöe entschieden die vielleicht ein bisschen verschroben war.

00:05:27: Ja, erzählen Sie mal!

00:05:30: Wir lassen es auch Zeit.

00:05:32: Das ist überhaupt kein Problem.

00:05:36: Rechten Sie den Taschentuch?

00:05:38: Nein danke ich hab's ja bei uns mitgebracht vorsorglich.

00:05:48: Es ist merkwürdig aber man hat mir nachgesagt oder der Psychologe gesagt Ich wäre blockiert auf meiner Gefühlebene.

00:06:07: Aber dann gab´s wieder Situationen wo mich jemand angesprochen hatte und ich konnte nichts sagen Und dann habe ich geweint.

00:06:17: Also fühlen Sie sich in Ihrer Emotionalität verkannt?

00:06:24: Haben sie sich vielleicht so eine Art Panzer zugelegt, damit man sie nicht verletzen kann.

00:06:31: Ich denke schon dass es so ein Panzer ist um sie ein bisschen abzugrenzen oder auch wenn ich alles von sich preisgibt denke ich

00:06:49: Eine ganz wichtige Aussage!

00:06:53: Marianne besitzt offenbar nicht die Fähigkeit sich anderen Menschen zu öffnen.

00:06:58: Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist das ein Grund dafür, warum sie zur Mörderin wurde.

00:07:10: Ich vermute mal, dass es bei Ihnen so eine Art Impuls gegeben haben muss.

00:07:15: Das Leben dieses Patienten möchte ich jetzt vorzeitig beenden.

00:07:20: Können Sie sich an diesen Punkt erinnern?

00:07:22: Es passiert ja nicht einfach so!

00:07:29: An einem genauen Punkt kann ich mich nicht erinneren weil die Krankheitsgeschichten sind ja so unterschiedlich.

00:07:38: Irgendwann musste So eine Sinnlosigkeit gewesen sein vom Verstand her.

00:07:47: Es gab für Sie zwei Gruppen von Patienten, die Opfer und die Nicht-Opfer Und irgendetwas muss sie ja inspiriert haben.

00:07:56: Ich kann mir ja nicht vorstellen dass sie das gemacht haben weil sie schlechte Laune hatten.

00:08:03: Nein ich hatte selten schlechte laune.

00:08:07: Wenn ich in die Arbeit kam und meinen Kittel anhatte dann war es so wie wenn deine Chalossie runtergegangen ist und ich tat meine Arbeit Vielleicht nach der Tarnung von meinem Mann, da ging's mir

00:08:24: nicht schon.

00:08:25: Das ist auch vollkommen normal!

00:08:28: Das würde mir auch so gehen... aber ich möchte sie trotzdem noch mal zurückführen.

00:08:34: Wir haben ja über diesen Impuls gesprochen, der da gewesen sein und bei Ihnen ist es ja so gewesen, dass ja nicht nur einmal passiert sondern mehrmals.

00:08:43: Ja die Frage was mache ich hier jetzt?

00:08:48: Und wo soll das hin führen?

00:08:52: Haben Sie sich jetzt

00:08:52: gestellt?!

00:08:56: Und die haben sie dann für sich beantwortet.

00:09:01: So sehe ich das heute,

00:09:02: ja.".

00:09:07: Marianne Löhr hat in allen Fällen vorsätzlich getötet.

00:09:10: Dennoch spreche ich bewusst eher abstrakt über die Taten weil ich ihr den Zugang erleichtern möchte und ihr Gelegenheit geben will, sich als Mörderin zu präsentieren ohne all solche etikettiert zu werden.

00:09:25: Ich möchte eben nicht dass er sich schämen muss!

00:09:29: Und warum haben Sie sich von Fall zu fall anders entschieden?

00:09:33: Also, Sie haben ja Entscheidungen

00:09:34: getroffen.

00:09:37: Das ist genau die Frage, die ich mir auch immer stelle.

00:09:40: Warum habe ich da eingegriffen?

00:09:44: Ich hätte nur warten brauchen!

00:09:47: Die wären ja sowieso gestorben.

00:09:49: Ja ...

00:09:50: Wahrscheinlich... Nicht wahrscheinlich!

00:09:53: Die werden gestorbt!

00:10:00: Mich hat eine Sache stutzig gemacht.

00:10:03: Sie sollen ja gesagt haben, es habe Fälle gegeben

00:10:07: wo

00:10:08: Die Angehörigen dabei gewesen sein, als die Tat passiert ist.

00:10:13: Stimmt da so oder ist das nur eine Geschichte?

00:10:16: Nein, nein!

00:10:18: Das ist keine Geschichte.

00:10:21: Das war mir sehr wichtig, dass die Angehöhrigen dabei waren.

00:10:31: Aber eine Patientin, die war schon sehr lange krank... ...das Herz hat nicht mehr genug Leistung gebracht.

00:10:40: Man hat auch versucht den Blutdruck zu heben mit Medikamenten und das ist teilweise auch gelungen.

00:10:46: aber sie wollte nicht.

00:10:50: Sie war manchmal ganz klar, und manchmal war sie disorientiert.

00:10:56: Der Ehemann kam immer zu Besuch.

00:11:00: Er saß am Bett ... Und wie geht das weiter?

00:11:06: Geht es weiter?

00:11:09: Mal hat's ihn erkannt, mal nicht erkannt.

00:11:11: Er wusste nie was ihn erwartet, wenn er zur Besucht kamen.

00:11:13: Ein paar Mal hat sich auch gesagt, dass er nicht mehr leben will aber man in dem Zustand ja nicht mehr so ernst nehmen.

00:11:26: Wie er da so am Bett saß, hab ich irgendwie gedacht, was wird jetzt werden.

00:11:37: bis soll das weitergehen.

00:11:41: Dann hab ich irgendwie auch die Frau angeschaut und ... Das Gesicht war schon wieder so verändert, dann hab ich zu ihm gesagt, möge doch schauen, ob es einen späteren Zug gäbe und den möger dann nehmen.

00:12:03: Ich hab mal in die Cafeterie gegangen, dann hat er sich wieder ins Bett gesetzt, dann habe ich das Medikament gespritzt, bin dabei geworden, dass er Abschied nehmen

00:12:31: kann.".

00:12:34: Auffällig bei dieser Schilderung ist übrigens sehr typisch für Serienmörder dass nur die Tathandlungen beschrieben werden, ohne den Erlebnishintergrundpreis zu geben.

00:12:45: Deshalb mache ich jetzt den Versuch sie direkt darauf anzusprechen.

00:12:49: Können Sie mir sagen... Empfunden?

00:12:55: Nichts!

00:13:03: Ich glaube nicht.

00:13:05: Nein, nein.

00:13:07: Nicht gar nichts.

00:13:08: Ich bin da gestanden.

00:13:14: Warum haben Sie dem Mann gesagt er soll später einen Zug nehmen?

00:13:18: Kraft hat sich da angetrieben.

00:13:23: Ich glaube ausschlaggebend war das, dass ich immer genau sehe wie wird es Wie soll das weitergehen?

00:13:35: So wie bei dem einem Patienten, den wir zehnmal reanimiert haben.

00:13:39: Also gut!

00:13:39: Dann reanimieren wir ihn noch ein elftes Mal.

00:13:43: und aber was haben wir damit erreicht?

00:13:49: Hätte das keinen Sinn mehr?

00:13:52: Man hätte es machen können, aber wozu?

00:13:58: Für was für einen Sinn?

00:14:01: Kein Therapie erfolgt mir, kein gar nichts mehr... Was hätte man

00:14:05: erreicht?!

00:14:06: Ja und was haben Sie dadurch erreicht?

00:14:08: dass sie die Patienten getötet haben?

00:14:20: Wollten die Patienten sterben oder wollten sie, dass die Patienten stirben?

00:14:26: Beides.

00:14:30: Ich hab

00:14:30: mit einem Patienten auch ganz lange gesprochen der ... der auch die Therapie abgelehnt hat und gesagt hat es hat keinen Zwecken mehr kann nicht mehr.

00:14:41: ich will nicht mehr.

00:14:45: Die Angehörigen

00:14:46: haben sich am Vorabend schon verabschiedet.

00:14:49: die konnten das Leid auch nicht sehen.

00:14:51: Hatten Sie so etwas wie ein Mitteilungsbedürfnis?

00:14:57: Wem hätte ich das mitteilen sollen?

00:15:00: Naja manche Machen das eher Verklausulier, die

00:15:03: stellen

00:15:04: bestimmte Fragen, die manche da nicht verstehen?

00:15:07: Oder sie schreiben etwas auf.

00:15:10: Nein, das hab ich nicht gemacht.

00:15:12: Jetzt sind Sie wegen Maudes verurteilt worden.

00:15:15: Fühlen Sie sich auch als Mörderin?

00:15:17: Nein!

00:15:18: Ja und warum nicht?

00:15:23: Dann verstehe ich was ganz anderes.

00:15:25: Was verstehen Sie denn darunter?

00:15:31: Etwas sehr von langer Hand geplantes.

00:15:35: Etwas Bösartiges...

00:15:41: Und was haben Sie getan?

00:15:43: Wahrscheinlich das Gleiche aber.

00:15:47: Das ist kein Grund für mich, wenn ich jetzt sage dass es vielleicht eine gewisse Erlösung war dann trifft es auch nicht so wirklich.

00:16:03: Wer sollte denn erlöst werden?

00:16:07: Ich habe eine Theorie gelesen bei der Nicht die Opfer erlust werden sollten sondern die Täter.

00:16:14: Lassen wir mal diese Theorien beiseite!

00:16:18: Ich möchte von Ihnen lieber wissen Was haben Sie empfunden, wie haben Sie das erlebt?

00:16:25: In gewisser Weise sollten sie schon erlöst werden.

00:16:27: Aber nach einer geraumten Zeit werden die doch sowieso erlösst werden.

00:16:32: Ich meine ich hätte da überhaupt gar nicht

00:16:35: eingreifen brauchen.

00:16:36: Kann es sein dass Sie diese Situation einfach nicht mehr ertragen haben... ...dass Ihnen das im Laufe der Jahre zu viel geworden

00:16:43: ist?

00:16:46: Ja!

00:16:47: Das wird es gewesen sein

00:16:49: ja.

00:16:50: Dann haben also nicht nur die Patienten gelitten sondern sie auch?

00:16:57: Ja wahrscheinlich Ja.

00:17:00: Was ist für Sie ein würdevolles Sterben?

00:17:02: Wie geht das, keine Apparatemedizin mehr?

00:17:06: Nein, nein.

00:17:08: Eine Apparathe ... schon aber.

00:17:12: Aber irgendwo ist eine Grenze.

00:17:14: Eine Therapiegrenze erreicht!

00:17:18: Wo ist die

00:17:18: Grenze?!

00:17:20: Wo hören wir auf?

00:17:21: Wo lassen wir los und wie machen wir dann weiter?

00:17:26: Bin nicht herrscher überleben und tot um Gottes

00:17:28: Willen.

00:17:28: Doch.

00:17:29: Sie sind es gewesen.

00:17:31: Faktisch.

00:17:33: Sie haben das gemacht.

00:17:37: Ja, das stimmt.

00:17:46: Das war ja auch nicht so positiv was ich gemacht habe.

00:17:51: Auch nach den Buchstaben des Gesetzes nicht?

00:17:55: Ja in unserem Land ist es eine Straftat

00:17:58: und in vielen anderen Ländern auch.

00:18:03: Waren Sie so einer Art gerechte Vollstreckerin?

00:18:09: Ich weiß nicht was ich war aber das klingt sehr hart!

00:18:12: Es ist ja auch hart.

00:18:13: wenn sie das Leben eines Menschen beenden dann ist das gravierend.

00:18:19: Das klingt ja sehr heroisch.

00:18:20: Naja...sie haben entschieden.

00:18:23: Sie haben voll streckt.

00:18:25: Also ich könnte das jetzt auch in wärmere Worte kleiden.

00:18:29: Aber, ich denke mal ... Das muss man auch mal so ansprechen!

00:18:34: Ich sehe dass Marianne noch nicht bereit ist sich auf die Gefühlebene einzulassen.

00:18:40: Deshalb lenke ich das Gespräch auf einen Aspekt der bei allen Serienmörnern zu beobachten ist und das töten Staat begünstigt.

00:18:51: Gab es auch mal sowas wie Routine?

00:18:55: Tötungsroutine dass sie sich gar nicht mehr groß überwinden mussten?

00:19:00: Nein, nein.

00:19:04: Irgendwas muss schon ein Auslöser gewesen sein.

00:19:09: Wenn das Gewöhnung gewesen wäre, dann wär ich ja in den Dienst gekommen und hätte gesagt ... Und was ist hier jetzt los?

00:19:16: Wer ist der Nächste?

00:19:17: Wer is als nächster dran?

00:19:18: Nein!

00:19:20: Wenn ich das sofort höre ...

00:19:22: Nein.

00:19:24: Ja mit Gewöhnung mein ich eher ... Dass es irgendwann mal einen Punkt gab, wo die Hemmung nicht mehr so groß war.

00:19:30: Vielleicht gab's gar keine mehr?

00:19:32: Gab's da etwas, wo sie drüber mussten?

00:19:36: Nein!

00:19:38: Da gab's nichts zu ich drüber musste.

00:19:40: Dann frage ich Sie jetzt mal was... Wenn das so war, dann hätten Sie mit dem Töten viel früher anfangen müssen.

00:19:50: Das weiß ich ja nicht.

00:19:53: Das ist genau das, was ich nicht weiß.

00:19:57: Was hätten Sie denn tun können damit es nicht soweit kommt?

00:20:00: Sehen Sie da Möglichkeiten?

00:20:05: Man hat mir gesagt, ich soll ... Ich hätte vielleicht kürzer treten sollen.

00:20:10: Teilzeit machen oder so was.

00:20:15: Ich hab mich das auch gefragt, aber ich bin zu der Meinung gekommen, dass es mir Freude macht am Krankenbett und ich wollte das einfach so weitermachen.

00:20:26: Und ich hätt es ja auch später machen können.

00:20:30: mehr ... mehr Freizeit.

00:20:35: Darf ich Ihnen etwas zu bedenken

00:20:37: geben?

00:20:40: Ja!

00:20:41: Aberliche Kraft allein reicht nicht aus.

00:20:45: Ja, das stimmt.

00:20:48: Das hat mir vielleicht gefehlt diese andere Kraft.

00:20:54: Ich hab das Sterben verkürzt, nicht das Leben!

00:20:57: Das Sterben habe ich verkürzst und das beheue ich auch nicht.

00:21:03: In dem Zustand in dem mich damals war, wäre es wahrscheinlich auch so weitergegangen.

00:21:08: Denken Sie heute noch an die Opfer?

00:21:11: Nein... Wo liegt denn da der Sinn

00:21:14: drin?!

00:21:17: Typisch für eine Serienmörderin keine Gedanken an die opfer, keine Reue.

00:21:23: aufgrund meiner Vorbereitungen weiß ich aber dass Marianne sehr religiös ist.

00:21:29: Damit werde ich Sie jetzt konfrontieren!

00:21:36: Ich möchte mal auf Ihren Glauben zu sprechen kommen, das kennen sie ja.

00:21:40: das fünfte Gebot du sollst

00:21:42: nicht töten?

00:21:43: Wie halten Sie es denn damit?

00:21:46: Es gibt auch das Geburt, du solltest nichts Schlechtes reden wie der deine Nächsten, es gibt viele Gebote Du sollst Nicht Töten.

00:21:55: Das Gebot ist auch

00:21:58: verletzt worden.

00:22:00: Sind Sie nun eine religiöse Person?

00:22:05: Ja Dann haben Sie das Gebot auch verlezt.

00:22:12: Sie haben auch mal gesagt, Gott habe immer mit am Bett gestanden.

00:22:16: Wenn es passiert ist ... Können sie mir das mal erklären?

00:22:20: Ja, das ist weit formuliert worden.

00:22:27: Ich weiß, dass Gott immer für mich da ist und alles was ich bin, bin ich durch ihn geworden.

00:22:39: Es gab in meinem Leben viele Momente wo ich Entscheidungen treffen musste Und ich wusste immer, Gott wird mir sagen wie ich handeln soll.

00:22:50: War das bei den Taten so?

00:22:52: Hat Gott sie geleitet?

00:22:54: Das kann sein, aber das war meine Entscheidung.

00:23:01: Was haben Sie denn gefühlt?

00:23:04: über Dosis gespotzt

00:23:05: haben?

00:23:09: Nichts gefühlte!

00:23:13: Ich habe das beobachtet...

00:23:15: Ein Leiden?

00:23:16: Nein, kein Leiden, das war ein ruhiges Hinübergleiten.

00:23:25: Es hat mich auch ganz ruhig gemacht.

00:23:27: Also nein, ich war vorher nicht aufgeregt.

00:23:33: Aber das heißt doch dass Sie das erlösen von Leid Auch

00:23:38: beruhigt hat.

00:23:40: Ja, das hat mich auch beruhigt!

00:23:44: Ich habe so viele Menschen furchtbar leidend gesehen.

00:23:50: Vielleicht wollte ich es nicht mehr so hinnehmen?

00:23:56: Ich weiß nicht ob die richtige Methode

00:23:58: war.

00:24:02: Marianne Löhhr hat versucht sich mir gegenüber als Sterbehälferin zu präsentieren doch letztlich projizierte sie ihre eigenen privaten und beruflichen Probleme auf die Patienten und versuchte durch die Tötungen ihr eigenes Leid zu lindern.

00:24:18: Menschen wie Marianne Leur werden erfahrungsgemäß, nur im Rahmen von seelischen und beruflichen Überforderungen zu Tätern.

00:24:25: Und instrumentalisieren ihre Opfer eher unbewusst – ein Mahnruf für alle Beschäftigten in Pflegeeinrichtungen

00:24:52: Likes und Shares – und großzügige fünf Sterne-Bewertungen in den Podcast-Apps.

00:24:58: Am Ende bleibt uns nur noch zu sagen,

00:25:00: passt auf euch

00:25:01: auf!

00:25:02: Man weiß nie, wer da draußen wartet….

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